Anekdoten

 

Aujau! Man setzt sich in den Rechen
Voll spitzer Stacheln, welche stechen.

Wann immer

...Menschen zusammenkommen, ergeben sich lustige, skurrile, anrührende, aber natürlich auch unangenehme oder gar bedrohliche Situationen und Vorkommnisse.

Natürlich war eine Kneipe wie der Maulwurf, nicht nur wegen des Ausschanks geistiger Getränke, sondern besonders wegen des überwiegend gesellschaftlich nonkonformen Publikums, eine Quelle der unglaublichsten Geschichten.

Es heißt zwar immer, "wer sich an etwas erinnert, war nicht dabei", trotzdem wird nachfolgend versucht einige Anekdoten und Erinnerungen zusammenzutragen. Beiträge von ehemaligen Maulwurfgästen sind ausdrücklich erwünscht und können an die Webmaster-Adresse gesendet werden, die sich in der "Kontaktbörse" befindet.

 

"Vielleicht ein wenig pathetisch"

...klingt heute die Äußerung eines ehemaligen, inzwischen verstorbenen Zapfers auf folgendem Tondokument.
Nichtsdestotrotz wurde der Maulwurf von nicht Wenigen genau so empfunden, wenn sie, das spießige Elternhaus oder den rigiden Schulbetrieb gewohnt, erstmalig in diese unbekannte und verheißungsvolle "Andersartigkeit" eintauchten.

"Auf den Affen gekommen"

...war ein Maulwurf-Gast in den frühen 70ern. Der junge aufstrebende Musiker war in ständiger Begleitung eines Rhesusaffenweibchens. Dieses Mitbringsel eines Indien-Trips, das oft auf Affenart wütete, wurde recht bald, ob der zu begleichenden Schäden, von „Mina“ in „Minus“ umbenannt. Auch im „Wurf“ fielen etliche Flaschen und Gläser der Zerstörungswut des haarigen Gastes zum Opfer, bis dann das Pinkeln auf die Theke die endgültige Verbannung brachte.

"Mit Hut und Mantel bekleidet"

...betrat eines Tages ein Mann mittleren Alters den "Wurf". Nach einem kurzen Rundumblick ging er direkt auf einen mit drei Gästen besetzten Tisch zu, an dem merklich eine hektische Unruhe aufkam. Am Tisch angekommen, begrüßte er die beiden ihm anscheinend bekannten älteren Jugendlichen und fragte sie nach ihrem Getränkewunsch. Nach kurzer Beratschlagung bestellte er für die beiden Jungen und sich selbst Bier und für das junge Mädchen, das noch ein halbvolles Glas Bier vor sich stehen hatte, eine Cola. Als der Mann sein Glas geleert und alles bezahlt hatte, forderte er das etwa 14-jährige Mädchen zum gemeinsamen Gehen auf. "Geh doch bitte ein paar Schritte vor, Papa" bat das Mädchen leise den Mann, der wohlwollend "in Ordnung" sagend, vor ihr den Maulwurf verließ.

"Die Wände der Maulwurf-Toiletten"

...waren mit Kugelschreiber- und Filzstiftgekritzel übersät. Da fanden sich neben Zeichnungen und Karikaturen vor allem lustige und freche, banale und geistreiche, poetische und zotige, aber auch ernste und sehr persönliche Klosprüche.

Mitte der 70er waren viele von den sich nicht erfüllenden Verheißungen der Hippiebewegung enttäuscht und desillusioniert. Einige Sinnsuchende wandten sich deshalb spirituellen Lehrern und Gemeinschaften, wie zum Beispiel den "Jesus-People" zu. 

Wahrscheinlich in allerbester Absicht, vermerkte ein vermeintlicher Anhänger dieser Bewegung, auf dem Herrenklo, über dem Urinal,  ungefähr in Augenhöhe, seine Erkenntnis: "Keiner kommt an Jesus vorbei!" Irgendein Schelm und möglicherweise Schalke-Anhänger ließ es sich nicht nehmen, belehrend und in dicken Lettern "...außer Stan Libuda" unter dieses Statement zu kritzeln.

"Mit ’nem Eimer"

  ...konnte man die Maulwurf-Bedienungen öfters die Lavesstraße überqueren sehen. Das Ziel war die Redaktion eines neu entstandenen Stadtmagazins, dessen Redakteure zum Stammpublikum des “Wurfs“ gehörten. Durch den Einsatz dieses 10 Liter Eimers brauchte, auch bei längeren Redaktionssitzungen, niemand auf sein frisch gezapftes Pils zu verzichten.

"Auch Philantropen"

...verkehrten im Maulwurf, wie im September 2005 in der Financial Times Deutschland zu lesen war. 

"In den 70er Jahren zieht Roßmann - mit langer Mähne und Rauschebart - durch Kneipen, um Personal für seine Drogerien einzustellen. Ein Therapeut attestiert ihm damals: "Du liebst ja alle Menschen." Er ist Mitgründer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, die sich um die Verbreitung von Verhütungsmitteln in Entwicklungsländern kümmert." 

Fakt ist, wurde Dirk damals im "Wurf" um Kleingeld angeschnorrt, griff er regelmäßig  in die Tasche und gab großzügig meist mehr als nachgefragt war.

"On the road"

...traf man zufällig irgendwo in Europa "Maulwurfgänger", die "low budget" durch die Gegend trampten oder mit dem InterRail-Ticket ausgestattet Europa und Nordafrika erkundeten. Nach diesen Begegnungen, trennte man sich meist mit unterschiedlichen Zielen, reiste aber auch  nicht selten gemeinsam weiter oder verabredete sich spontan an einem anderen Zielort, auf jeden Fall aber demnächst im "Wurf".

"Das Krugpfand"

...überschritt nicht selten die finanziellen Möglichkeiten, da man oft schon für den Inhalt zusammengelegt hatte. Weil die Bierkrüge oft nicht ordentlich zurückgegeben wurden, stapelte sich in der Thekenschublade bald das Ersatzpfand in Form von nicht dringend benötigten Utensilien, wie Personalausweisen und Armbanduhren. Während die "Persos" in regelmäßigen Abständen beim Ordnungsamt in den Briefkasten geworfen wurden, versuchte Shlomo auf dem Flohmarkt den Inventarverlust durch den Verkauf  der Armbanduhren wettzumachen.

"Heute kellnert Vögelchen"

...heute vögelt Kellnerchen, vernahm man oft einen Kellner, der für seine Flötvirtuosität jenen Spitznamen erhalten hatte. Über den Wahrheitsgehalt seines Ausspruchs gibt es keine einhellige Meinung.

"Wer noch Bier will"

...schallte es oft durch den proppevollen Laden. Der Kellner, das Tablett weit über den Kopf gestreckt, kämpfte sich durch die unbewegliche Masse. Platz zum Abstellen gab es keinen und so wurde einhändig serviert und auch mittels Schaffnertasche und Galoppwechsler kassiert.

"Könnte mir ja nicht passieren"

...äußerte sich abfällig ein junges Mädchen. Als neuer Gast hatte sie zufällig an der Theke den aktuellsten Geschichten über einen im "Wurf" bekannten notorischen Aufreißer gelauscht. Zu diesem Zeitpunkt wußte sie noch nicht, daß sie am späteren Abend, wie viele andere vor und nach ihr, mit ihm, in Ausübung seiner Lieblingsbeschäftigung, das Damenklo blockieren würde!

"Der Feuerlöscher"

...hing normalerweise auf dem Flur der zu den Toiletten führte. Eines Tages machte sich ein leicht angetrunkener junger Mann an dem Gerät zu schaffen. Da dies auf einem der beengten Klos stattfand und Spuren hinterließ, war das anschließende Abstreiten der Täterschaft sinnlos. Die besorgte Überprüfung der Einsatzbereitschaft wurde dem "Schneemann" dann auch gnadenlos mit einem "Maulwurfverbot" quittiert.

"Im Jahre 1974 im Maulwurf"

...spielt diese Kurzgeschichte von Uli Tunisch.

"Ohne Titel"

...ist diese Kurzgeschichte von Detlev Goldau